Kurs im Selbststudium

Internetworking mit TCP/IP (2012)

Angeboten von Prof. Dr. Christoph Meinel

Ergänzungen Zusatzaufgabe Wireshark

Das RFC 791 auf das verwiesen wird, ist hier zu finden, die Spezifikation des Identification Feldes finden Sie hier.

Die unterschiedliche Implementierung der IP-ID hat keine Auswirkungen auf die Funktionsweise des IPv4. Es lassen sich aber andere Informationen daraus ableiten. Ein Internetprovider könnte bspw. versuchen, anhand der IP-ID herauszufinden, wie viele Rechner sich in einem lokalen Netzwerk befinden.

Betrachten wir folgendes Szenario:

In einem lokalen Netzwerk befindet sich eine unbekannte Anzahl von Rechnern. Der Internetprovider betreibt die Zwischensysteme für den Zugang zum Internet, hat also die Möglichkeit Pakete, die das lokale Netzwerk verlassen, mitzulesen.

An der Grenze zum WAN nutzen die allermeisten Router heutuztage NAT. Wenn ein Paket das lokale Netzwerk verlässt, wird die Quell-Adresse also ersetzt. Daher kann man von außen nicht feststellen, von wem ein aufgefangenes Paket stammt oder wie viele Rechner sich in dem lokalen Netzwerk befinden.

Wenn der Internetprovider nun über einen längeren Zeitraum Pakete mitschneidet und die IP-ID über der Zeit auf einen Graphen aufträgt ergibt sich beispielsweise ein solches Bild:

1windows.png

In diesem Graphen sieht man, dass die IP-ID sequenziell hochgezählt wird.

Der Graph könnte aber auch wie folgt aussehen:

2windows.png

Aus diesem Graph lässt sich ablesen, dass sich in dem Netzwerk zwei Rechner befinden, die ihre IP-ID sequenziell hochzählen.

Befindet sich ein Rechner in dem Netzwerk, der die IP-ID zufällig wählt, könnte der Graph wie folgt aussehen:

macs.png

Aus diesem Graphen lassen sich keinerlei Informationen darüber ableiten, wie viele Rechner sich in dem Netzwerk befinden.

In den meisten Fällen befinden sich in einem Netzwerk Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen. In diesem Fall würde ein Graph entstehen, der wie folgt aussehen könnte:

gemischt.png

Heutzutage erlauben Internetprovider zwar in der Regel den Betrieb mehrere Geräte gleichzeitig im lokalen Netz, vor einigen Jahren gab es hier aber noch Beschränkungen (auf nur ein Gerät).